das Produkt "HAUTNAH" - Alles Rund um das Brot

Die Liebe zum Brotbacken hat meiner Meinung nach viel mit der Heimatverbundenheit zum Mühlviertel zu tun. Schließlich bauten die Bauern im nördlichsten Viertel schon immer Getreide an und so ist die Sortenvielfalt des Brotes überaus groß.

 

Doch stellt man sich die Frage, woher stammt das Brot eigentlich? Und was hat dieses Produkt zu erzählen?

 

Schon vor 10.000 Jahren begannen Menschen damit, das vorher nur wild wachsende Getreide gezielt anzubauen. Die zerriebenen Getreidekörner wurden mit Wasser zu einem Brei vermischt - nun brauchte man nur noch etwas Hitze, um das erste Brot herzustellen. Die ersten Brote waren wohl fadenförmig und wurden auf von Feuer erhitzten Steinen gebacken. 


Das Brotbacken wurde später durch die Erfindung des Holzofens und dem Einsatz von Hefepilzen als auch Milchsäurebakterien revolutioniert. Mit dem Einsatz dieser Zutaten wird von Sauerteiggärung gesprochen. 

Die wichtigste Zutat für das Brot ist immer das Getreide. Davon gibt es unzählige Sorten weltweit wie zum Beispiel Mais, Weizen, Roggen, Gerste, Reis, Hirse oder Hafer. Manche Getreidesorten werden nur in bestimmten Regionen der Erde angebaut und verwertet - die verschiedenen Völker stellten also auch ihr je eigenes Brot her. 


Die Historiker gehen davon aus, dass um das Jahr 8.000 vor Christus der Anbau von Getreide zu einer Alltäglichkeit der damals lebenden Menschen wurde. 

Die ersten Brotbäcker benutzten Steine, um die harten Getreidekörner klein zu kriegen - zuvor mussten sie mit aufwendiger Handarbeit von den ungenießbaren Schalen getrennt werden. 

Die zerkleinerten Getreidekörner wurden mit Wasser und etwas Salz vermengt und der Hitze des Feuers ausgesetzt. So entstand das "Ur-Brot".


Die Geschichtsschreibung geht weiter davon aus, dass das erste Brot in Zentralasien gebacken wurde. In den europäischen und vorderasiatischen Mittelmeerraum gelangte es demnach erst allmählich auf den alten Handelswegen. Der berühmteste Handelsweg in diesem Zusammenhang ist wohl die Seidenstraße. 


Eine wichtige Rolle in der Geschichte des Brotes spielten die Ägypter. Sie erfanden neue Methoden, entwickelten Backöfen und waren auch die ersten, die den Hefepilz züchteten und bei der Brotzubereitung einsetzten. 

 

Auf den Handelswegen kam Brot und Getreide schließlich auch in das antike Griechenland. Die Griechen erfanden zwar keine wirklich neue Methode, allerdings dachten sie sich neue Rezepte aus und stellten so viele neue Brotarten her. Besonders die Bäcker aus Athen und Theben waren berühmt für ihre Backkünste. Von den Griechen kam die Backkunst dann zu den Römern - zur Zeit der römischen Weltmachtstellung gingen viele der griechischen Bäcker direkt nach Rom, um dort ihre Dienste anzubieten.


Die Römer entwickelten die Technik der Mühlen weiter, zum Beispiel indem sie diese durch die Kraft von Nutztieren antrieben - es gelang ihnen, besonders feines Mehl herzustellen. Das Brot wurde nun in römischen Großbäckereien hergestellt - dabei machte man sich die Arbeitskraft von Sklaven zunutze, die riesige Mengen von Teig mischen und durchkneten mussten. Auch von Eseln oder Ochsen angetriebene Knetmaschinen gab es. Vor allem aber bauten die Römer neue Backöfen aus Stein. Der Vorteil von geschlossenen Backöfen war, dass der Brotteig von allen Seiten gleichmäßig erhitzt wurde. 

 

Zunächst galt das hellere, zumeist aus feinerem Mehl hergestellte Brot als wertvoller - wer etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, bevorzugte diesen Brottyp. Das dunklere Brot galt hingegen eher als Nahrungsmittel für Arme und Sklaven.

Im Mittelalter allerdings wurde das dunklere Roggenbrot dann allerdings auch bei den Adligen äußerst beliebt. Überhaupt war das Brot im Mittelalter einer der Hauptnahrungsmittel geworden. 

 

Um das Jahr 1.000 entstanden in den mitteleuropäischen Städten die ersten Bäckereien - zuvor war die Brotherstellung eine vor allem in den Klöstern praktizierte Tradition. 

 

In Europa hielt langsam aber sicher die Industrielle Revolution Einzug - sie änderte die gesamte Lebensmittelherstellung, natürlich auch die des Brotes. Die industriell gefertigten Öfen wurden leistungsstärker und waren leichter zu handhaben. Neben der Massenproduktion von Brot setzte auch die Massenproduktion des brotähnlichen Gebäcks ein - Mehlteig wurde zu diesem Zweck mit Zutaten wie Butter, Zucker und Schokolade vermischt. 

 

Der Beruf des Bäckers spaltete sich vom Beruf des Konditors ab, der fortan die süße Backware herstellte. Die Brotherstellung wurde erleichtert, indem man Hefe chemisch herstellte - zuvor hatte jeder Brotbäcker den Sauerteig für sein Brot selbst hergestellt. 

Der Bäcker musste das woanders produzierte "Backpulver" einfach nur noch zum restlichen Teig hinzu schütten. Den größten Umbruch gab es allerdings beim Getreideanbau selbst. Durch künstliche Düngemittel und neuen Pflugmaschinen konnten plötzlich wie größere Mengen hergestellt werden. 

 

Heutzutage wird Brot längst auch in Fabriken hergestellt, viele kleinere Bäckereien sind deshalb nicht mehr überlebensfähig. Die meisten Bäckereien in unseren modernen Städten gehören Geschäftsketten an. Im Gegensatz zu früher enthält unser tägliches Brot heute jede Menge künstlicher Zusatzstoffe, die das Brot haltbarer und lockerer machen oder einfach nur geschmacksverstärkend wirken sollen.

 

- "Bio Bäcker" verzichten ganz auf das Thema künstliche Zusatzstoffe.